csillagvar

Sternburg (Csillagvár)

Die Geschichte der Sternburg

In der westlichen Ecke des Balaton, an einem über den See aufragenden bewaldeten Hang, befindet sich die Jagdburg der Grafen Festetics. Das sternförmige Gebäude ist weltweit einzigartig. Im zentralen Raum der überdachten Burg befinden sich der über dreißig Meter tiefe Brunnen, die Zimmer des Hauptmanns, der Wache und die Ruheräume, die rauchige Küche usw. Hier fand das Wachsfigurenkabinett zum mittelalterlichen Leben seinen Platz, das einen Tag der Vergangenheit getreu darstellt. (Einen mit einem Dorfpfarrer streitenden Burghauptmann, schmausende Krieger, Wache haltende Soldaten, einen Dorfschmied, der gerade einen Zahn zieht, in der Küche emsige Frauen usw.)


In den Kasematten (dem Kellersystem) mit griechisch-kreuzförmigem Grundriss fand das weltweit einzigartige Husarenmuseum seinen Platz. Hundertfünfzig 80 cm hohe Husaren vermitteln ein Bild von der prächtigen Tracht unserer einstigen leichten Kavallerie; doch wir können auch, in chronologischer Reihenfolge aufgestellt, die hunnisch-ungarischen Krieger und die mittelalterlichen Adligen sehen. Den Abschluss der Reihe bilden die Soldaten des Ersten Weltkriegs.

Auf dem fast eineinhalb Hektar großen umzäunten Gelände öffnet ab 2006 ein künstlerisches Schaffenslager seine Tore. Auch die aus dem ehemaligen gräflichen Stall gestaltete Tscharda (Csárda) empfängt ihre Gäste, und die im Bau befindliche Freilichtbühne wird der Veranstaltungsreihe „Csillagvár-Abende" (Sternburg-Abende) einen Ort bieten.

Die ungarische Nation erlebte ihr Heldenzeitalter im 16.–17. Jahrhundert, als anderthalb Jahrhunderte lang der Kampf gegen die expandierende osmanische Macht geführt wurde. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts bildete in Transdanubien das Südufer des Balaton die Linie der Grenzfestungen, und so wurde das Komitat Somogy zum Schauplatz ständiger Heldenkämpfe. Das Gebäude ragt etwa 40 m über den Balaton empor. Es hat eigenartig schrägflächige Mauern, eine Sternform, Schießscharten, einen Zugbrückenmechanismus, auf einen einstigen Turm hinweisende Mauerreste, einen inneren Brunnen, minarettartige Wendeltreppen aus Sandstein, die vom Keller zum Dachboden führen, und mit Eckbasteien versehene Schanzen. Sein Keller hat die Form eines griechischen Kreuzes. Seine architektonische Lösung ist weltweit einzigartig. Mit seinem Brunnen ist die Legende vom selbstmörderischen Bräutigam und der Brautjungfer sowie von den Räuber-Verstecken (Höhlen) verbunden, von der Tragödie der Brunnengräber jedoch konnten wir erst aus späteren Archivforschungen Kenntnis erlangen. Das Gebäude hatte nachweislich ursprünglich keinen Dachstuhl, und als bei der Wiederherstellung die Mauerreste des Mittelturms zum Vorschein kamen, wurde es zweifelsfrei, dass es einen Turm gehabt haben dürfte.

Bei den Ausgrabungen stellte sich heraus, dass sich auf dem Gebiet der Burg und der Schanzen eine Siedlung aus fachwerkartigen Lehmhütten befunden hatte, die zerstört wurde, als Kanizsa in türkische Hände fiel. Das in den Legenden so häufig vorkommende Tunnelsystem fand man nicht. Die Erforschung der Geschichte der Burg ist Béla Móricz zu verdanken, doch auch István László – der zu Beginn des Jahrhunderts im Hauptmannszimmer geboren wurde – hat große Verdienste.