
Helikon-Schlossmuseum
Zurück in die Vergangenheit? In die Geheimnisse der adeligen Lebensweise können Sie im Rahmen der Dauerausstellungen einen Einblick gewinnen.
Die Helikon-Bibliothek, Jagd-, Kutschen- und Modelleisenbahnausstellungen sowie ein Palmenhaus und ein Vogelpark empfangen den Ausflügler.
Die Interieurausstellung, die mehr als zwanzig Räume des Schlosses umfasst, führt den Besuchern anhand originaler oder zeitgetreu rekonstruierter Innenräume die adelige Lebensweise des 18.–19. Jahrhunderts vor Augen. Die Präsentation des Schlossgebäudes – das die Familie Festetics zwischen 1745 und 1887 in mehreren Bauphasen errichtete – und seiner einstigen Einrichtungsgegenstände ist möglich, weil all dies im Vergleich zu den anderen ungarischen Schlössern in hohem Maße in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben ist.
Die Familie Festetics war zwei Jahrhunderte lang eine der bedeutendsten Adelsfamilien Ungarns (im Grafen-, später Fürstenrang). Die Einrichtung ihres Schlosses in Keszthely wählten sie anspruchsvoll und mit großer Umsicht aus. Die ersten beiden im Schloss lebenden Generationen – Kristóf Festetics und Pál Festetics III. – richteten das zwischen 1745 und 1750 erbaute Barockschloss mit Barock- bzw. Rokoko-Gegenständen ein. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Möbel und Gemälde der Sammlung. Die Zeit des mit dem Namen von György Festetics I. verbundenen Umbaus und der Erweiterung des Schlosses zwischen 1792 und 1804 bewahren die Möbel und Ziergegenstände der Sammlung im klassizistischen und Empire-Stil.
Das Schloss erhielt seine heutige Form während des Umbaus unter Tasziló Festetics II. zwischen 1883 und 1887. Ein bedeutender Teil der heutigen Kunstsammlung ist mit Tasziló und seiner Frau, der schottischen Herzogin Lady Mary Hamilton, verbunden. Neben dem architektonischen und innenarchitektonischen Umbau des Schlosses veränderte und erweiterte sich zu dieser Zeit auch der Bestand an Einrichtungsgegenständen. Zum einen restaurierte die mit den innenarchitektonischen Arbeiten betraute Firma Portois & Fix nicht nur die vorhandenen Möbel, sondern fertigte auch zahlreiche neue Einrichtungsgegenstände für das Schloss an, die heute ebenfalls Teil der Sammlung sind.
Andererseits kam Mary Hamilton der Überlieferung nach mit einer Zugladung Einrichtungsgegenstände in die Ehe und nach Keszthely, die die Interieurs des Schlosses stark prägten. Sie brachte vor allem französische Möbel im Rokoko- und klassizistischen Stil sowie englische klassizistische Möbel mit, die sie einerseits von ihrer Großmutter väterlicherseits, Susan Beckford, der Tochter des berühmten englischen Kunstsammlers William Thomas Beckford, geerbt haben dürfte; andererseits gelangten sie über ihre Großmutter mütterlicherseits, Stéphanie de Beauharnais, die Adoptivtochter Napoleons, in ihren Besitz. Neben den Möbeln schmückten und schmücken auch die Porträts von Marys Familie – Gemälde und Skulpturen, die Mitglieder der Familien Hamilton und Baden darstellen – die Säle des Schlosses. Tasziló und Mary bereicherten ihr Schloss um zahlreiche weitere Werke der bildenden Kunst, sodass auch ihre eigenen Porträts oder Gemälde, die die Pferde der Familie zeigen, die Sammlung bereichern.

